CHECK FOOD WASTE

Warum Lebensmittelverluste erfassen?

Schätzun­gen der FAO zufolge wer­den in der gesamten Wertschöp­fungs­kette zwis­chen Erzeuger und End­kon­sument rund ein Drit­tel aller Lebens­mit­tel, die eigentlich zum men­schlichen Verzehr vorge­se­hen wären, nicht für ihre eigentliche Bes­tim­mung genutzt [1]. Die damit ein­herge­hen­den Emis­sio­nen an Treib­haus­gasen in die Erdat­mo­sphäre, die Belas­tung natür­lich­er Wass­er- und Boden­res­sourcen und nicht zulet­zt das nicht genutzte Ernährungspoten­zial sind immens.

Um dies zu ändern und den Über­gang zu ein­er nach­haltigeren Ernährungswirtschaft zu ermöglichen, müssen alle Stufen der Wertschöp­fungs­kette ihren indi­vidu­ellen Beitrag leis­ten. Der ver­ar­bei­t­ende Sek­tor ist nach Schätzun­gen des BMEL für 18% der jährlich entste­hen­den Lebens­mit­telver­luste ver­ant­wortlich und ist damit größter Treiber nach den Pri­vathaushal­ten [2]. Sich dem The­ma Lebens­mit­telver­luste zu wid­men bedeutet in diesem Rah­men, die Auswirkun­gen der Geschäft­stätigkeit auf den Plan­eten zu reduzieren und gle­ichzeit­ig nicht genutzte finanzielle Poten­ziale zu erschließen.

Ziel der Initiative

Als Antwort auf die wach­sende poli­tis­che und gesellschaftliche Rel­e­vanz der Ver­mei­dung von Lebens­mit­telver­lus­ten haben ZNU und fjol in Koop­er­a­tion mit dem Deutschen Tiefküh­lin­sti­tut und acht Pilo­tun­ternehmen aus der Prax­is ein Instru­ment zur sys­tem­a­tis­chen Auseinan­der­set­zung mit Lebens­mit­telver­lus­ten für Unternehmen des pro­duzieren­den Gewerbes geschaf­fen. Das Instru­ment “Check Food Waste” soll die aktuell noch wenig aus­führliche Daten­lage zu anfal­l­en­den Ver­lus­ten in der Wertschöp­fungsstufe der Ver­ar­beitung ergänzen und die Unternehmen befähi­gen, mit konkreten und ver­gle­ich­baren Werten zu arbeiten.

Gemäß dem Mot­to “Was man messen kann, kann man steuern” möcht­en wir die teil­nehmenden Unternehmen unter­stützen, ihren Sta­tus Quo zur Entste­hung von Lebens­mit­telver­lus­ten anhand ein­er wis­senschaftlich fundierten und den­noch prax­is-ori­en­tierten Methodik zu erfassen und so gemein­sam Wege aufzuzeigen, um die Entste­hung von Ver­lus­ten in der Pro­duk­tion noch weit­er zu reduzieren.

Das ZNU und die aus­führende Instanz fjol möcht­en damit in Deutsch­land eine Vor­re­it­er-Rolle ein­nehmen, um gemein­sam mit der Branche die Ver­schwen­dung von Lebens­mit­teln zu ver­mei­den und gle­ichzeit­ig eine möglichst hochw­er­tige Entsorgung sicherzustellen.

Als Lebens­mit­tel sind sämtliche Stoffe oder Erzeug­nisse zu beze­ich­nen, die zum men­schlichen Verzehr vorge­se­hen sind, bzw. – nach vernün­ftigem Ermessen oder gegen­wär­tigem „Stand der Tech­nik“ – sich zum men­schlichen Verzehr eignen. Sämtliche nicht genießbare Bestandteile (d.h. nicht zum men­schlichen Verzehr geeignet, z.B. Knochen und Felle) sind in dieser Defin­tion nicht mit inbe­grif­f­en. Darüber hin­aus sind auch Wasser­men­gen, die während des Ver­ar­beitung­sprozess­es bewusst ent­zo­gen wer­den, keine Lebensmittel.

Die Lebens­mit­telver­luste umfassen sämtliche Lebens­mit­tel bzw. Lebens­mit­telbe­standteile, die aus unter­schiedlich­sten Grün­den die Lebens­mit­telkette ver­lassen bzw. nicht ihrem eigentlichen Zweck, der men­schlichen Ernährung, dienen.

Die Lebens­mit­telver­luste für die stof­fliche Ver­w­er­tung umfassen sämtliche Lebens­mit­tel bzw. Lebens­mit­telbe­standteile, die die Lebens­mit­telkette ver­lassen und ein­er spez­i­fis­chen Weit­er­ver­w­er­tung zuge­führt werden.

Lebens­mit­te­labfälle umfassen sämtliche Lebens­mit­tel bzw. Lebens­mit­telbe­standteile, die die Lebens­mit­telkette ver­lassen, nicht verzehrt wer­den und ein­er Form der Entsorgung zuge­führt wer­den (Deponierung, Kom­postierung, Vergärung, etc.).

Die nicht zum Verzehr bes­timmten Anteile set­zen sich zusam­men aus den nicht genießbaren Bestandteilen, sowie Wasser­men­gen, die während des Ver­ar­beitun­sprozess­es bewusst durch Erhitzen oder Tiefkühlen ent­zo­gen werden

Stimmen teilnehmender Unternehmen

„Die Ergeb­nisse des Check Food Waste unter­stützen uns dabei, die interne Sen­si­bil­isierung für Lebens­mit­telver­luste noch weit­er voranzutreiben und dif­feren­zierte Ziele zu set­zen.“
-Julian Keller­meier, Abteilungsleit­er Pro­duk­tion Con­di­tor­ei Cop­pen­rath & Wiese

„Zitate Sabine Eich­n­er“
-Sabine Eich­n­er

„Zitat 3“
-Har­ald Lochmann oder Stephan Lehmann

Wer ist das ZNU — Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung

Das anwen­dung­sori­en­tierte Forschungsin­sti­tut in der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der Uni­ver­sität Witten/Herdecke wurde 2008 von Dr. Axel Kölle und Dr. Chris­t­ian Geßn­er gegrün­det. Das ZNU beschäftigt derzeit 15 Mitarbeitende.

Die Mis­sion des ZNU ist es, Nach­haltigkeit greif­bar zu machen und Men­schen für die Chan­cen Nach­halti­gen Wirtschaftens zu begeis­tern. Die Schw­er­punk­te liegen in Forschung und Lehre, in der Weit­er­bil­dung von Führungskräften und in der Durch­führung von Arbeit­skreisen und Konferenzen.

Wer ist die fjol GmbH

Unser Mot­to “Nach­haltigkeit fundiert umsetzen”

Die fjol GmbH ist 2011 als Spin-Off aus dem  ZNU – Zen­trum für Nach­haltige Unternehmensführung  der Pri­vat­en Uni­ver­sität Witten/Herdecke her­vorge­gan­gen. Die Verbindung von Wis­senschaft und Wirtschaft bietet unseren Kund:innen eine beson­dere Kom­bi­na­tion aus neuen wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen und hoher Praxisrelevanz.

fjol hat das Ziel, Organ­i­sa­tio­nen mit Hil­fe des Ansatzes „Nach­haltiger Wirtschaften“ in Entwick­lung und Umset­zung von mit­tel- bis langfristi­gen Strate­gien zu unter­stützen und den dynamis­chen Lern­prozess der Nach­haltigkeit im Unternehmen zu fördern.

Wer ist das dti?

Das Deutsche Tiefküh­lin­sti­tut e.V. (dti) ist die Inter­essen­vertre­tung und Kom­mu­nika­tion­splat­tform der Deutschen Tiefkühlwirtschaft. Als Spitzenor­gan­i­sa­tion mit Sitz in Berlin und rund 150 Mit­gliedern repräsen­tiert das dti Unternehmen aus allen Teilen der Tiefküh­lkette: von der Pro­duk­tion über Zulief­er­er und Dien­stleis­tungs­be­triebe bis hin zu Logis­tik und Han­del. Wenn es um die Inter­essen der deutschen Tiefkühlwirtschaft geht, ist das dti die zen­trale Anlauf­stelle und das Sprachrohr der Branche – im kon­struk­tiv­en Dia­log mit Verbraucher:innen, Absatzpartner:innen, Medi­en und Politik.

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